312016Mrz
Welche Zahnfüllungen gibt es?

Welche Zahnfüllungen gibt es?

Bei der Behandlung Ihrer Zahnschäden kann ich heutzutage auf viele Füllungsmaterialien zurückgreifen. Diese Fülle an verschiedenen Möglichkeiten ist einerseits eine absolute Bereicherung der modernen Zahnmedizin, andererseits überfordert sie auch viele Patienten in der Wahl des passenden Materials.

Daher stelle ich Ihnen in diesem Beitrag die allgemeinen Anforderungen an Füllungsmaterial vor und erläutere Ihnen, welche Materialgruppen diese Anforderungen erfüllen können.

Aufgabe des Füllungsmaterials in der Zahnmedizin

Die Aufgabe eines Füllungsmaterials ist generell, einen vorhandenen Schaden am Zahn auszugleichen.

Schäden können verursacht sein durch

  • Karies
  • Unfallfolgen
  • Säuren
  • Überbelastung
  • Kieferfehlstellungen
  • Ernährungsfehler
  • angeborene oder erworbene Fehlbildungen
  • Allgemeinerkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten, die eine ungünstige Auswirkung auf die Zähne haben.

Je nachdem, ob das Füllungsmaterial eher kurzfristig oder langfristig den Schaden ausgleichen soll, spricht man von provisorischen oder permanenten Füllungen.

Woraus bestehen Zahnfüllungen eigentlich?

Wir Zahnmediziner unterscheiden zwischen provisorischen und langfristig beständigen Füllungsmaterialien.

Die provisorischen Füllungsmaterialien bestehen vorwiegend aus Zementen.

Mit dem Zement vom Bau haben die Zemente in der Zahnmedizin natürlich nur indirekt zu tun. Aber ihr Funktions-Prinzip ist ähnlich: Zement ist ein Bindemittel. Er erhärtet durch eine chemische Reaktion und bleibt danach fest. Genau so funktioniert Zement in der Zahnmedizin.

Zemente in der Zahnmedizin haben viele Vorteile: Sie sind einfach zu verarbeiten und gesundheitlich weitestgehend unbedenklich. Sie halten aber mitunter, je nach Qualität und Füllungsgröße, nur einige Wochen oder Monate. Danach verschlechtern sich ihre Eigenschaften deutlich. Sie werden also nur für Provisorien verwendet und können nur übergangsweise verwendet werden.

Die langfristig beständigen Füllungsmaterialien sind vielfältiger und unterteilen sich in direkt am Zahn zu verarbeitende Materialien und indirekte Materialien, die zur Herstellung einen Zwischenschritt benötigen.

Zahnfüllungen aus Amalgam

Das Amalgam ist ein direktes Füllungsmaterial, welches seine Anwendung im hinteren Kieferbereich, den Backenzähnen, hat. Es besitzt eine silber-graue Farbe und setzt sich als sogenannte Legierung aus verschiedenen Metallen zusammen.

Eines dieser Metalle ist Quecksilber. Dieses Metall ist zwar in seiner ungebundenen Form hochgiftig, in Form der Legierung Amalgam jedoch nicht.

Wegen des Verdachts, das Quecksilber aus Amalgam könnte im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen stehen, wurde es über die vergangenen Jahrzehnte häufig und intensiv klinisch getestet. Nach dem aktuellen Stand liegen keine Beweise vor, dass der Quecksilberanteil im Amalgam in Verbindung zu Erkrankungen steht.

Ausnahmen gelten allerdings für Patienten, die Allergien gegen Amalgam oder eine Niereninsuffizienz entwickelt haben. Bei diesen müssen wir dann alternative Füllungen verwenden.

Die Vorteile von Amalgam liegen in der einfachen Verarbeitung und in der langen Haltbarkeit. Zudem verursachte es nur geringe Kosten, so dass es zu den Leistungen der gesetzlichen Grundversorgung gehört.

Zahnfüllungen aus Kunststoff

Kunststoffe oder Komposite sind ebenfalls Füllungsmaterialien, welche direkt im Mund des Patienten verarbeitet werden können. Sie können in der Farbe sehr genau der natürlichen Zahnfarbe angepasst werden. Nach ihrer Fertigstellung können sie sofort verwendet werden – im Gegensatz zum Amalgam.

Je nach Qualität der Kunststoffe dauert der Verarbeitungsprozess allerdings etwas länger als beim Amalgam oder bei Zementen.

Die Vorteile von Kunststoff-Füllungen liegen im zahnfarbenen Aussehen, ihrer langen Haltbarkeit, der zahnsubstanzschonenden Verarbeitung und einer akzeptablen Gewebeverträglichkeit.

Leider verlangen die gesetzlichen Krankenkassen für Kunststofffüllungen teilweise eine Zuzahlung, je nachdem, in welchem Kieferbereich sie ihren Einsatz finden, nach Aufwand und ästhetischem Anspruch.

Indirekte Füllungen aus Keramik oder Metallen

Indirekte Füllungen erfordern einen zahntechnischen Herstellungsprozess außerhalb des Mundes.

Dafür nehme ich dann von Ihnen eine Abformung oder einen Abdruck Ihres Zahnes. Manchmal fertige ich auch eine Fotografie des Zahnes an, mit welcher moderne Computerprogramme und computergestützte Maschinen eine indirekte Füllung herstellen können (CAD/CAM-Verfahren).

Als Werkstoffe für diese Füllungen oder Inlays kommen aktuell mehrheitlich verschiedene Keramiken zum Einsatz, wogegen ein geringerer Anteil noch aus Metallen besteht.

Die Vorteile keramischer Füllungen sind

  • eine hohe Ästhetik
  • hohe Passgenauigkeit
  • lange Haltbarkeit
  • gute Gewebefreundlichkeit
  • hohe Biokompatibilität.

Auch die metallischen Füllungen sind sehr passgenau und haltbar, haben allerdings die Farbe des verwendeten Metalls (beispielsweise goldfarbene Legierungen).

Laborgefertigte Füllungen oder Inlays sind aufgrund des Arbeitsaufwandes und der Materialkosten teurer. Dafür sind sie in Bezug auf ihre Langlebigkeit und vielen anderen Füllungsalternativen überlegen.

Für welches Füllungsmaterial soll ich mich entscheiden?

Die letztendliche Wahl des Materials hängt somit von einigen Faktoren ab, die Sie detailliert mit Ihrem Zahnarzt besprechen sollten. Sie müssen entscheiden, wie wichtig Ihnen Langlebigkeit, Körperverträglichkeit, Ästhetik und andere Materialeigenschaften im Verhältnis zum notwendigen Zeitaufwand und den Kosten sind.

Wenn für Sie eine Füllung erforderlich ist, stelle ich Ihnen in meiner Praxis in Dortmund-Westerfilde die möglichen Alternativen vor und erläutere Ihnen gern die Vor- und Nachteile, die sich für Sie persönlich ergeben.


Foto: © icefront – istockphoto.com